"Fotografiere,
solange es
Nacht ist"

Foto: Werner Conrad

Am Tag ohne Licht
und Sonne ist,
na was schon

- NACHT -

 


Eine gute Zeit
für die
NACHTFOTOGRAFIE

Schlaflos

Der Königsbau in Suttgart
Königsstraße Mitte

ISO 64 •
Brennweite 14,0 mm •
Blende f/5,6 •
Verschlusszeit 8 Sekunden •

 

* * *

 

Eine Nacht weiß viel zu erzählen...

Der Schillerplatz
im Zentrum Stuttgarts

Links die "Stiftskirche"
Rechts davon der "Fruchtkasten"
früher ein Kornspeicher und eines der ältesten erhaltenen Gebäude der Stadt.

ISO 100 •
Brennweite 10,1 mm •
Blende f/2,8 •
Belichtungsszeit -
3,03 Sekunden •

 

* * *

 

Mercedes-Benz-
Museum in Stuttgart

Im Grunde sind wir alle
unser eigenes Museum,
mit täglicher Ausstellung,
"je oller, desto doller"


Nachtfotografie

Nachtfotografie und ihre Tücken…
Als fotografischer Autodidakt hinsichtlich Nachtaufnahmen habe ich unzählige Mal den Auslöser meiner Kamera gedrückt. So viele Male, bis ich und meine Sony F828 einsahen, dass wir Hilfe benötigen. Denn das Resultat war schlicht und einfach Herzzerreißend – geschweige denn etwas für das Fotoalbum.
Hilfe fand ich unter Fotofreunden, die mir die Grundkenntnisse mit Tipps und Tricks erklärten, die ich gerne dem interessierten Fotoamateur weiter gebe…

Ausrüstung

  • Kamera
  • Stabiles Stativ
  • Kabelauslöser, Fernbedienung, wenn nicht vorhanden den Selbstauslöser der Kamera verwenden
  • Taschenlampe, Kopflampe, oder entsprechendes, damit man nicht total im Dunkeln steht
  • Wasserwaage für den Blitzschuh, oder für das Stativ
  • Glühwein, oder Eistee und etwas zum Knabbern

Grundsätzliches

Eine sichere Handhabung der Ausrüstung, von der Kamera bis zum Knabberzeug setze ich voraus.

Um ein Verwackeln vorzubeugen, sollte man die Mittelsäule des Stativs aus Gründen der Stabilität nicht ausziehen.

Ohne Zeitdruck sollte man Windgeschützt einen Standort wählen, der auch nicht von externen Lichtquellen wie Scheinwerfer von Fahrzeugen, oder vergleichbarem gestört wird.

Motivwahl

Eine gleichmäßige Ausleuchtung des gewählten Bildausschnittes ist Vorteilhaft.
Lieber den Aufnahmestandort wechseln, als später mit der aufwendigen Bildbearbeitung viel Zeit zu verbringen dunkle, oder überstrahlte Bildteile abzugleichen.

Wasser, selbst Pfützen ergeben eine ansprechende Lichtspiegelung die man auch künstlich schaffen kann. Also ziehen wir zur Ausrüstung eine Gieskanne, oder eine volle Blase hinzu, dessen Verwendung einem selbstverständlich frei steht.
Durch die lange Belichtungszeit werden fließende Gewässer, oder Rauch aus Schornsteinen zu einer glatten Fläche mit interessanten Effekten.

Die Motivwahl, die Qual der Wahl. Der investierte Zeitaufwand für eine Aufnahme ist nicht unerheblich, deshalb alle Vorteile die sich bieten einbeziehen!

Kameraeinstellung

Der Autofokus und die Automatikprogramme streiken spätestens nach der "Blauen Stunde" und man ist angehalten manuelle Einstellungen vorzunehmen. Respektive mit Halbautomatik – Blende- oder Zeitvorwahl zu arbeiten.

Apropos "Blaue Stunde"!
Ein poetischer Begriff. Aber das ist die Zeit der Dämmerung zwischen Sonnenuntergang und nächtlicher Dunkelheit, aber auch die Zeit kurz vor Sonnenaufgang.
Das tiefblaue Sonnenlicht hat in dieser Zeit etwa dieselbe Helligkeit wie das künstliche Licht von Straßenbeleuchtungen, oder Gebäuden.
Luftmoleküle der Atmosphäre und die von der Sonne angestrahlten Wolken ergeben herrliche Farbtöne von Rot und Orange.
Und glaubt bloß nicht, dass die Blaue Stunde eine Stunde anhält! In diesen wenigen Minuten des Tages und das Glück von einer Blauen Stunden sprechen zu können hat man nicht täglich und wenn, hat man seine Kamera oft nicht parat! Und hat man keine Blaue Stunde, so erinnert Euch an unsere Grundausstattung: Glühwein macht in einer Stunde auch blau!

Die wichtigsten Tipps zur Kameraeinstellung

  • Wir fotografieren im RAW-Format, um den Weißabgleich bei der Bildbearbeitung gegebenenfalls zu verändern.
  • Die ISO-Zahl in höchster Auflösung (bei meiner Sony ist das ISO 64, ätsch) aber 100 ist auch kein schlechter Wert.
    Dabei mindert man das unerwünschte Bildrauschen.
    Die Blende nicht ganz schließen.
    Beim höchsten Blendenwert der Kamera, spricht man von einer geschlossenen Blende, mit der größten Tiefenschärfe.
    Beim kleinsten Wert der Blendenstufe, spricht man von einer geöffneten Blende, mit der geringsten Tiefenschärfe.
  • Zum Scharfstellen wählt man einen geeigneten Punkt, zoomt gegebenenfalls heran, fokussiert und dann wieder auf den gewählten Ausschnitt zurück zu stellen.
  • Noch zu erwähnen ist, je kleiner die Blende (geschlossen), desto größer fällt der Sterncheneffekt um Lichtquellen aus.

Beispiel: Welzheimer Rathaus
Fotografiert mit Blendenvorwahl 8,0 (bei meiner Sony total geschlossen) mit einer automatischen Verschlusszeit von 8 Sekunden.

In meinem Beispielfoto überstrahlt das Licht am Eingang, hierbei wäre eine Blendenstufe unter 8 vorteilhafter gewesen. Dafür aber erhielt ich Sterncheneffekte der Straßenlaterne im Hintergrund.

Bildbearbeitung

Je weniger zu bearbeiten ist umso besser. Ich versuche möglichst die Lichtstimmung wie während der Aufnahme vorgefunden wieder zu erreichen.
Das gelingt vorwiegend, wenn während der Aufnahme so gewissenhaft wie nur möglich vorgegangen wird.

Schlusswort

Diese Tipps sollten als Vorstufen verstanden werden und denen Hilfe bieten die noch keine Erfahrung mit Nachtaufnahmen gesammelt haben.

Ein tröstlicher Gedanke für alle, keine Nacht dauert länger als eine Nacht.
Wie viele Aufnahmen gelingen ist das Resultat der persönlichen Betrachtungsweise und der Umstände.

Ich wünsche Allen die es angehen eine „Gute Nacht“
Gut Licht und fette Beute