Nachtfotografie - Tipps & Tricks -
Nachtfotografie und ihre Tücken…
Als fotografischer Autodidakt hinsichtlich Nachtaufnahmen habe ich unzählige Mal den Auslöser meiner Kamera gedrückt. So viele Male, bis ich und meine Sony F828 einsahen, dass wir Hilfe benötigen. Denn das Resultat war schlicht und einfach Herzzerreißend – geschweige denn etwas für das Fotoalbum.
Hilfe fand ich unter Fotofreunden, die mir die Grundkenntnisse mit Tipps und Tricks erklärten, die ich gerne dem interessierten Fotoamateur weiter geben möchte…
Ausrüstung
- Kamera
- Stabiles Stativ
- Kabelauslöser, Fernbedienung, wenn nicht vorhanden den Selbstauslöser der Kamera verwenden
- Taschenlampe, Kopflampe, oder entsprechendes, damit man nicht total im Dunkeln steht
- Wasserwaage für den Blitzschuh, oder für das Stativ
- Glühwein, oder Eistee und etwas zum Knabbern
Grundsätzliches
Eine sichere Handhabung der Ausrüstung, von der Kamera bis zum Knabberzeug setze ich voraus.
Um ein Verwackeln vorzubeugen, sollte man die Mittelsäule des Stativs aus Gründen der Stabilität nicht ausziehen.
Ohne Zeitdruck sollte man Windgeschützt einen Standort wählen, der auch nicht von externen Lichtquellen wie Scheinwerfer von Fahrzeugen, oder vergleichbarem gestört wird.
Motivwahl
Eine gleichmäßige Ausleuchtung des gewählten Bildausschnittes ist Vorteilhaft.
Lieber den Aufnahmestandort wechseln, als später mit der aufwendigen Bildbearbeitung viel Zeit zu verbringen dunkle, oder überstrahlte Bildteile abzugleichen.
Wasser, selbst Pfützen ergeben eine ansprechende Lichtspiegelung die man auch künstlich schaffen kann. Also ziehen wir zur Ausrüstung eine Gieskanne, oder eine volle Blase hinzu, dessen Verwendung einem selbstverständlich frei steht.
Durch die lange Belichtungszeit werden fließende Gewässer, oder Rauch aus Schornsteinen zu einer glatten Fläche mit interessanten Effekten.
Die Motivwahl, die Qual der Wahl. Der investierte Zeitaufwand für eine Aufnahme ist nicht unerheblich, deshalb alle Vorteile die sich bieten einbeziehen!
Kameraeinstellung
Der Autofokus und die Automatikprogramme streiken spätestens nach der "Blauen Stunde" und man ist angehalten manuelle Einstellungen vorzunehmen. Respektive mit Halbautomatik – Blende- oder Zeitvorwahl zu arbeiten.
Apropos "Blaue Stunde"!
Ein poetischer Begriff. Aber das ist die Zeit der Dämmerung zwischen Sonnenuntergang und nächtlicher Dunkelheit, aber auch die Zeit kurz vor Sonnenaufgang.
Das tiefblaue Sonnenlicht hat in dieser Zeit etwa dieselbe Helligkeit wie das künstliche Licht von Straßenbeleuchtungen, oder Gebäuden.
Luftmoleküle der Atmosphäre und die von der Sonne angestrahlten Wolken ergeben herrliche Farbtöne von Rot und Orange.
Und glaubt bloß nicht, dass die Blaue Stunde eine Stunde anhält! In diesen wenigen Minuten des Tages und das Glück von einer Blauen Stunden sprechen zu können hat man nicht täglich und wenn, hat man seine Kamera oft nicht parat! Und hat man keine Blaue Stunde, so erinnert Euch an unsere Grundausstattung: Glühwein macht in einer Stunde auch blau!
Die wichtigsten Tipps zur Kameraeinstellung
- Wir fotografieren im RAW-Format, um den Weißabgleich bei der Bildbearbeitung gegebenenfalls zu verändern.
- Die ISO-Zahl in höchster Auflösung - in der Regel 100.
Dabei mindert man das unerwünschte Bildrauschen. - Die Blende nicht ganz schließen. Ich empfehle mit einem mittleren Blendenwert anzufangen.
Beispiel: • Sony F828 • Objektivbrennweite 28 - 200 mm • Blende 2,0 bis 8,0 • = Blende 5,6 bis 6,7
Beim höchsten Blendenwert der Kamera, spricht man von einer geschlossenen Blende, mit der größten Tiefenschärfe.
Beim kleinsten Wert der Blendenstufen, spricht man von einer geöffneten Blende, mit der geringsten Tiefenschärfe. - Zum Scharfstellen wählt man einen geeigneten Punkt, zoomt gegebenenfalls heran,
fokussiert um wieder auf den gewählten Ausschnitt zurück zu stellen. - Noch zu erwähnen ist, je kleiner die Blende (geschlossen), desto größer fällt der Sterncheneffekt um Lichtquellen aus.
- Beispiel: Daimler Benz Museum in Stuttgart (Bild rechts)
Fotografiert mit Blendenvorwahl 5,6 (bei meiner Sony ein mittlerer Blendenwert) mit einer Verschlusszeit von 8 Sekunden.
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In meinem Beispielfoto rechts im Bild. Ergebnis bei Blende 5,6. Bei Blende 8,0 wäre der Sterncheneffekt größer, bei Blende 2,8 geringer.
Bildbearbeitung
Je weniger zu bearbeiten ist umso besser. Ich versuche möglichst die Lichtstimmung wie während der Aufnahme vorgefunden wieder zu erreichen.
Das gelingt vorwiegend, wenn während der Aufnahme so gewissenhaft wie nur möglich vorgegangen wird.
Schlusswort
Diese Tipps sollten als Vorstufen verstanden werden und denen Hilfe bieten, die noch keine Erfahrung mit Nachtaufnahmen gesammelt haben.
Ein tröstlicher Gedanke für alle, keine Nacht dauert länger als eine Nacht.
Wie viele Aufnahmen gelingen ist das Resultat der persönlichen Betrachtungsweise und der Umstände.
Ich wünsche Allen die es angehen eine „Gute Nacht“
Gut Licht und fette Foto-Beute

